Familienwappen

 

 

Home

Links

Familienhistorisches

e-mail: mail @ oppermann-home.de

 

Geschichtliche Übersicht

Zusammengestellt von

Regierungsrat

Ernst Oppermann

1939

 

„Ich würde, wenn viele Familien das gleiche Interesse ihrer Vergangenheit zuwendeten, darin einen erfreulichen Fortschritt im historischen und nationalen Sinne sehen". Schon diese Worte Bismarcks zeigen, welchen Wert auch dieser große Staatsmann der Familienforschung beigemessen hat. Trotzdem blieb es erst der neusten Zeit vorbehalten, wenigstens einen Teil der großen Masse unseres Volkes von der Bedeutung genealogischer Ermittlungen zu überzeugen und damit in höherem Maße Interesse auch für die Lebensschicksale der einzelnen Vorfahren selbst zu wecken. Daß hierbei diejenigen Ahnen, die unseren Namen tragen bevorzugt werden, ist zwar nicht logisch, aber menschlich durchaus verständlich. Die vorliegende Zusammenstellung wird sich daher im Folgenden auch weniger mit den Familien der eingeheirateten Frauen, d.h. mit den mütterlichen Vorfahren beschäftigen, als vielmehr in erster Linie diejenigen Personen behandeln, welche zur Sippe gehören und gleichzeitig unseres Namens sind.

Das Geschlecht 0 p p e r m a n n zählt zu denjenigen Familien, die ebenso, wie beispielsweise die Zimmermanns Köhlers, Rademachers und Böttchers, ihren Namen nicht von einem Orte, einer Gegend oder einer Eigenschaft ableiten, sondern die sich vielmehr nach einem Berufe benannt haben. Noch in den Kirchen- und Kirchenrechnungsbüchern von Badenhausen ist des öfteren von „dem Oppermann" die Rede. Hierbei handelt es sich nicht um eine Person unseres Namens, sondern um den Ortsküster der gerade im Braunschweigischen vielfach als „der Oppermann" bezeichnet wurde. Die in den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Adelstand erhobenen Hildesheimer Oppermanns führen daher auch zwischen den Flügeln des Wappenhelmes einen Mann mit einem Klingelbeutel, der auf den Ursprung des Namens hinweisen soll. Möglicherweise hat in früheren Zeiten, in denen zu dem Rufnamen erstmalig der Hausname trat, einer unserer Vorfahren das Amt eines Küsters und Kirchendieners bekleidet und sich in Anlehnung an seine Amtsbezeichnung den Hausnamen Oppermann beilegen lassen.

Der älteste Ahnherr, bis zu welchem sich die heutigen Generationen in lückenloser Folge zurückführen lassen, wohnte in Badenhausen, einem Orte am Fuße des Harzes im damaligen Braunschweigischem Amte Stauffenburg. Es ist Hans Oppermann der Ältere, der um 1530 geboren sein mag und 1615 als verstorben bezeichnet wird. Träger unseres Namens erscheinen in Badenhausen jedoch schon reichlich ein Jahrhundert früher. Bereits 1429 wird Heinrich Oppermann in Oberhütte, einem Ortsteil von Badenhausen, zusammen mit einigen anderen Mitgewerken von Herzog Bernhard von Braunschweig erneut mit dem Rechte belehnt, ihre hier stilliegende alte Eisenhütte wieder in Betrieb zu nehmen. Wenn auch der Zusammenhang zwischen diesem Oppermann und unserem ältesten Ahnherrn bisher urkundlich nicht nachgewiesen werden konnte, so darf doch mit ziemlicher Sicherheit angenommen werden, daß es sich bei Heinrich Oppermann ebenfalls um unseren Vorfahren handelt. Dieser Gedanke liegt um so näher, als er ebenso wie Hans der Ältere nicht nur in unserem Heimatorte, sondern darüber hinaus auch in dem gleichen Ortsteile wohnte und beide hier als Interessenten an einem Eisenhüttenwerke auftreten. Bei der Gewohnheit gerade jener Zeit, den Sohn den Beruf des Vaters ergreifen zu lassen, erscheint es daher ziemlich sicher, daß es sich bei beiden um Verwandte, wahrscheinlich um Urgroßvater und Urenkel, handelt.

Schon aus Vorstehendem ergibt sich, daß, wie das wohl bei den meisten Bewohnern des Harzes der Fall war, auch unsere ältesten Vorfahren Berufe ausübten, die in einem mehr oder weniger engen Zusammenhang mit den dortigen Bodenschätzen und ihrer Gewinnung und Verarbeitung standen. Sie betrieben ursprünglich neben der Landwirtschaft zunächst eigene Eisenhütten, die später im 30-jährigen Kriege zerstört wurden oder käuflich an das Braunschweigische Fürstenhaus abgetreten wurden. Zu solchen selbstständigen Hüttenherren gehörten, wenn man von Heinrich Oppermann absieht, zunächst Hans der Ältere, dann dessen Sohn Hans der Jüngere und endlich wiederum dessen drei Söhne Caspar, Marcus und Andreas. Die drei Letzteren verkauften 1625 ihre Anteile als Gewerke an den Herzog Friedrich Ulrich von Braunschweig, ohne jedoch ihrem väterlichen Gewerbe untreu zu werden. Jedenfalls muß man annehmen, daß die beiden Älteren dieser drei Brüder mit dem Erlös aus ihren Hüttenanteilen gerade nach Schweden auswanderten, um sich dort, in dem Lande des Sumpf-, See- und Bergerzes, erneut ihrem alten Berufe zuwenden zu können. Wahrscheinlich hat auch der in Deutschland verbleibende dritte Bruder Andreas sich neben der Bewirtschaftung seines von dem Vater ererbten Hofes noch weiterhin mit der Eisenverarbeitung befaßt, da von ihm überliefert wird, er habe beruflich „Schaden im Gesicht" erhalten und sei infolgedessen erblindet. Unter den drei Söhnen dieses Andreas finden wir wiederum zwei Hammerschmiede. Lediglich der Dritte wendet sich ausschließlich der Landwirtschaft zu und bearbeitet als Bauer die väterliche Scholle. Nach allem haben die drei ältesten Generationen, und für einen Teil von uns noch zwei weitere Generationen (Hans Ernst und Johann Arendt) ihre Arbeitskraft so intensiv der Eisenindustrie gewidmet, daß es berechtigt erscheint, auf die hiermit zusammenhängenden Fragen etwas genauer einzugehen.

Der bereits von alters her im Harze betriebene Metallbergbau erlitt durch die im 14. Jahrhundert in Deutschland wütende Pest einen schweren Schlag und war fast ganz zum Erliegen gekommen. Erst im 15. Jahrhundert begann er sich allmählich wieder zu regen. Zu jener Zeit wurden auch in der Gegend von Osterode verschiedene Werke wieder in Betrieb genommen. Von Heinrich Oppermann und seinen Mitgewerken war bereits die Rede. Daneben zeigten aber auch andere ihren Unternehmungsgeist. Erwähnt sei hier nur Andreas Sötefleisch, der 1494 in einer in einem alten Bibelcodex angebrachten Notiz eine in der Nähe der Herzoglichen Fischteiche bei Gittelde belegene Hütte (Teichhütte?) erwähnt, „in qua casa fratres mei fabrilia tractant negotia ex lapidibus ferrum cudentes", in welcher also seine Brüder aus dem Gestein Eisen gewinnen. Dieser Andreas Sötefleisch soll hier vor allem Erwähnung finden, weil der Name seines Geschlechtes mit dem Geschicke von Badenhausen und seiner Umgebung auf das engste verknüpft ist. War es doch Hans Sötefleisch, der zusammen mit Hans von Eisdorf in den Wirren des 30-jährigen Krieges die sog. „Harzschützen" unter seiner Fahne sammelte und so versuchte, durch Organisation eines starken Selbstschutzes dem Treiben der Tillyschen und Schwedischen Soldaten gegen die Landbevölkerung Einhalt zu tun.

Gegen Ende des 15. Jahrhunderts war es vor allem die Herzogin Elisabeth von Braunschweig, die sich der Eisenverhüttung und des Eisenbergbaus mit besonderer Fürsorge annahm, die sie als geborene Gräfin Stollberg wohl aus ihrer engeren Heimat mitgebracht hatte.

Um den Eisenstein möglichst voll und zweckmäßig auszuwerten, gründete sie in Grund und Gittelde, also in unmittelbarer Nähe von Badenhausen, eigene Hüttenwerke und richtete in dem letztgenannten Orte überdies eine Eisenfaktorei ein. Ihr Enkel, Herzog Heinrich der Jüngere von Braunschweig, behielt diesen Kurs in Jeder Beziehung bei.

Im Jahre 1532 verlieh er durch Patent vom Montag nach Quasimodo seinen Bergwerken am Iberge, in Grund und Gittelde außerordentlich bedeutsame Privilegien, wie besonders die Freiheit der Wege und des Wassers, freies Geleit, freies Backen Brauen und Schlachten, Freiheit von Hof- und Kriegsdiensten, sofern nicht die gemeinsame Landesnot solche erfordert, u.a.m. Ebenso segensreich, wie Herzog Heinrich der Jüngere, wirkte nach dessen Tode im Jahre 1568 sein Sohn und Erbe Herzog Julius für das Bergwerks- und Hüttenwesen am Harze. Neben anderen wichtigen Reformen erließ er unter dem Datum des 7. November 1579 zwei für die Eisenbergwerke und Hütten außerordentlich bedeutungsvolle Verordnungen: Die Eisensteinordnung am Iberge und die Gittelder Faktorei- und Hüttenordnung. Die Erstere enthielt im wesentlichen die Bestimmung, daß es jedem erlaubt sein solle, am Iberge, d.h. in der Umgebung von Grund und Gittelde, nach Eisenstein zu schürfen. Sofern jemand auf brauchbaren Eisenstein fündig geworden ist, soll die Stelle frei sein zur Belehnung. Gruben, die ohne Belehnung in Betrieb genommen werden, verfallen indessen der Herrschafft. Die Grubenarbeiter sollen frei vom Herrendienste sein. Gewerke und Bauherrn, d.h. Grundbesitzer, dürfen eine Grube als Eigenlöhner selbst betreiben, wenn sie dazu die Fähigkeit besitzen. Können sie diese Fähigkeiten nicht unter beweis stellen, so müssen sie „erfahrene Bergleute des Eisenhandels und der Gruben" anstellen. Verkauft jemand seine Grube mit dem Vorbehalte, als Bergmann darin weiter zu arbeiten, und kommt dieser Verpflichtung sodann nicht nach, so hat der Erwerber das Recht, ihn zu exmittieren. Neben diesen Bestimmungen enthält die Verordnung Strafmaße bei Eigentumsvergehen usw., die geeignet sind, „eine gute, heilsame, nützliche Ordnung zu machen". Die Gittelder Faktorei- und Hüttenordnung auf der anderen Seite besagt, „wie es hinfüro in unserer Eisenfaktorey zu Gittelde und uff unsern Hütten mit verkauffung des Eisens gehalten werden solle". Die wesentlichste Bestimmung ist die, daß auch diejenigen, die eigene Hütten. haben, an jedem Sonnabend „alles Eisen groß und klein, so sie schmieden, in unserer Faktorey umb geburliche Zahlung liefern und überandtworten sollen, ohne das geringste davon zu versetzen, zu verpartieren oder zu verkauffen". Ebenso müssen sie sich verpflichten, in jeder Woche ein bestimmtes Quantum Eisen herzustellen und zu liefern. Eigenmächtiger Verkauf des gewonnenen Eisens soll mit den schwerster Strafen geahndet werden und sogar den Verlust des Hüttenwerkes und den Anheimfall desselben an den Landesherren nach sich ziehen.

Nach diesem kurzen Überblick kann man sich in etwa vorstellen, unter welchen Verhältnissen unsere Vorfahren ihren Beruf ausübten. Sie waren einerseits als Gewerke und Bauherrn frei auf ihrem eigenem Grund und Boden und hatten als solche nicht unter den zahllosen Lasten und Fronden zu leiden, die den rein-bäuerlichen Betrieben in jener Zeit auferlegt waren. In den Erbregistern des Amtes Stauffenburg werden sie daher auch als „freie Hüttenleute" bezeichnet. Andererseits mußten sie sich aber auch trotz dieser Freiheiten gewissen Einschränkungen unterwerfen, die insbesondere darin bestanden, daß sie ihre Hütten ordnungsmäßig betreiben mußten und das gewonnene Eisen lediglich an den Landesherrn abliefern und verkaufen durften. Vielleicht läßt sich ihre Stellung am besten mit der eines heutigen Erbhofbesitzers vergleichen, denen ebenfalls gewisse Naturallieferungen auferlegt sind und die abgemeiert worden können, wenn sie den Anforderungen der Bauernfähigkeit, wie sie von dem Bauern verlangt wird, nicht entsprechen. Darüber hinaus scheint da, wo das Hüttenwerk als genossenschaftliches Unternehmen betrieben wurde, eine bestimmte Verpflichtung auch den einzelnen Mitgewerken gegenüber bestanden zu haben, wonach diesen keine unlautere Konkurrenz gemacht werden durfte, das Hüttenwerk vielmehr lediglich in dem, Rahmen gewisser gegenseitig anerkannter Richtlinien genutzt werden mußte. Hierauf wird es jedenfalls zurückzuführen sein, daß in den Jahren 1596/97 Hans Oppermann zur Oberhütte zu 1 Gulden Brüche verurteilt wird, „weil er über die gebührende Zeit in der Hütte gearbeitet" hat. Andererseits zeigt dieser wiederum Hans und Heinrich Hakenberg an, daß auch sie sich an zwei Tagen desselben Vergehens schuldig gemacht hätten. Das letztere ist insofern von besonderer Wichtigkeit, als diese Anzeige beweist, daß zu den Mitgewerken des Hans des Älteren auch die Brüder Hakenberg gehörten. Dies ist deswegen bedeutungsvoll, als auch der 1429 erwähnte Heinrich Oppermann Gewerke an einer Hütte war, an welcher auch ein Hans Hakenberg Berechtigungen besaß. Es spricht mithin auch dieses dafür, daß Heinrich Oppermann unser Vorfahre gewesen ist.

Daß unsere Väter in. Badenhausen bei ihrem Berufe ihr sicheres Auskommen hatten, ist anzunehmen. Zum mindesten zeigt der Erbvertrag vom 1. Oktober 1628, in welchem die Hinterlassenschaft des Hans des Älteren aufgeteilt wird, daß der Erblasser für durchaus creditwürdig gegolten haben muß, da einmal von 130 Gulden und einmal von 100 Thr. Schulden die Rede ist, d.h. von Beträgen, die bei der damaligen hohen Kaufkraft des Geldes immerhin schon recht ansehnliche Summen darstellen. Wenn bzgl. dieser scheinbar sicheren Grundlagen allmählich ein Wechsel eingetreten zu sein scheint, so ist dies namentlich auf die Wirren des 30-jährigen Krieges zurückzuführen. Das Facit desselben ist niederschmetternd: Sowohl die Hütte, als auch die Wohn- und Wirtschaftsgebäude des Hofes in Oberhütte brannten nieder und wurden völlig zerstört. Das gleiche Schicksal traf den Hof Hans des Jüngeren in Neuhütte, sodaß der Familie nur noch der Hof des Lucas Oppermann in Neuhütte, des jüngeren Sohnes Hans des Älteren, verblieben zu sein scheint. Dieser Hof wurde von Andreas Oppermann erworben, von diesem an seinen jüngsten Sohn Hans Ernst vererbt und später durch dessen Sohn Justus übernommen. Durch Wiederverheiratung von dessen Witwe ging der, Hof in den Besitz der Familie Rott über und somit den Oppermanns verloren. Welche Verluste an barem Gelde und ähnlichen Werten, an Feldfrüchten und sonstigen Naturalien jener Krieg der Familie außerdem zufügte, ist nicht überliefert. Man kann sich aber ein Bild von den Schrecknissen der damaligen Zeit machen, wenn man sich vor Augen hält, mit welcher Rohheit die verschiedenen Armeen gerade auf dieser Rückzugsstraße König Christians IV. von Dänemark gegen die Bevölkerung jener Landstriche gewütet haben. Vorzügliche Schilderungen dieser Kriegszeiten in Badenhausen enthalten die beiden geschichtlichen Erzählungen des dortigen Lehrers Alfred Brinkmann „Die Harzschützen" und „Die Annalen Johannes Lüdekinds, weiland Pastors zu Badenhausen", auf welche hier empfehlend hingewiesen sein mag. Derselbe Verfasser hat im übrigen auch eine beachtliche Geschichte des Ortes Badenhausen geschrieben, die in Kürze erscheinen wird. Näheres ist bei dem Verfasser zu erfragen. Bei allem, was auch in diesen Werken über die Zeiten des 30-jährigen Krieges berichtet wird, ist es nicht verwunderlich, wenn wir sehen, daß die Folgen auch bei unseren Vorfahren sich zunächst in einem offensichtlichen socialen Abstieg bemerkbar machten. Dieser bestand vor allem darin, daß die Oppermanns namentlich ihre Stellung als Hüttenherren verloren und sie mit einer solcher, als scheinbar nicht mehr selbstständige Hüttenangestellte des Landesfürsten vertauschten, soweit sie nicht auf dem Halbspännerhofe bleiben konnten. Dabei waren sie jedoch immer noch in der Lage, ihr Leben als gleichzeitige Eigentümer von Mittel- oder Kleinköttereien beschließen zu können, wie solches aus den bereits erwähnten Erbregistern des Amtes Stauffenburg hervorgeht. Den beruflichen Werdegang namentlich der nachgeborenen Söhne und ihrer Erben schildert die nachfolgende genealogische Zusammenstellung. An dieser Stelle sei lediglich darauf hingewiesen, daß sich, von der berufständischen Seite aus gesehen, die Oppermanns im Laufe der Jahrhunderte von Hüttenherren und Landwirten zu Landwirten im Hauptberufe, Handwerkern, Kaufleuten und Gewerbetreibenden, Fabrikanten, Ingenieuren, Schriftleitern, Ärzten, Offizieren und höheren Beamten der staatlichen und kommunalen Verwaltung entwickelten. Angehörige des Geschlechtes leben heute in Badenhausen, Braunschweig, Bremen, Dortmund, Einbeck, Elmshorn, Förste a. Harz, Görlitz, Hannover, Heiligenbeil, Homberg-Niederrhein, Minden, Newyork und Würzburg. Ob die außerhalb des Halbspännerhofes noch heute in Badenhausen seßhaften zahlreichen Nachkommen des Johann Friedrich Oppermann (* Badenhausen 15.8.1777) mit dem hier behandelten Geschlechte zusammenhängen, ist urkundlich nicht nachzuweisen. Es ist jedoch anzunehmen, daß dieser Johann Friedrich mit dem im Nachfolgenden unter IV c, Nr. 5 aufgeführten Heinrich Friedrich identisch und demnach ebenfalls ein Sohn des Hans Ernst ist, zumal nach den Eintragungen im Kirchenbuche seine Kinder sämtlich die Söhne oder Töchter des Hans Ernst oder deren Ehepartner zu Paten haben, Im übrigen findet auch in anderen Urkunden ein Friedrich Oppermann als Sohn des Hans Ernst Erwähnung. Ebensowenig urkundlich mit Sicherheit nachzuweisen sind die Zusammenhänge mit einem nach dem Kirchenbuche im Jahre 1680 verstorbenen Hans Oppermann und seinen Nachkommen, die noch zu Beginn des laufenden Jahrhunderts auf einem alten Oppermannschen Hofe (jetzt Erbhof Stöter) in Badenhausen gesessen haben. Vermutlich handelt es sich bei diesem Hans um einen Urenkel der Dorothea Oppermann, verehelichte Warner, deren mutmaßlicher Sohn als „Henning Warner oder Oppermann" bzw. auch einfach als „Henning Oppermann" bezeichnet wird. Da bei beiden genannten Linien die Zusammenhänge noch nicht voll geklärt sind, haben sie in dieser Aufstellung keine Berücksichtigung gefunden.

Zum Schluß noch ein kurzer Hinweis auf das Wappen des Geschlechtes wie es in Band 3 des genealogischen Handbuchs bürgerlicher Familien (jetzt Deutsches Geschlechterbuch) abgebildet ist. Das Wappen ohne die Tannzapfen ist zweifellos alten Ursprungs. Ebenso zweifelsfrei wurde es von einem Geschlechte Oppermann geführt, das im 17. Jahrhundert in Hildesheim saß. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts übernahm Ernst Hermann Oppermann (s. VIII, h) die Farben und das Kernstück des Wappens, das springende Pferd, fügte jedoch zum Unterschiede mit dem Original die beiden silbernen Tannzapfen als Hinweis auf die Herkunft seiner Familie hinzu. Es wäre zu wünschen, wenn auch die anderen Zweige des Geschlechtes dieses Wappen übernehmen würden, damit hierdurch schon äußerlich der Zusammenhang der einzelnen Familienmitglieder miteinander kenntlich gemacht und auf diese Weise das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt wird. Dies zu erreichen ist im wesentlichen auch mit die Absicht der vorliegenden Zusammenstellung. Daneben soll diese ein Anfang sein, das zu erhalten, was bisher über das Geschlecht Oppermann zusammengetragen werden konnte. Es bleibt dabei zu hoffen, daß sich früher oder später jemand finden wird, der die Ergebnisse der bisherigen Forschung wesentlich eingehender und fachkundiger erneut bearbeitet und durch weitere Feststellungen ergänzt. Möge sich dabei auch fernerhin ergeben, daß die Leistungen und Charaktereigenschaften unserer Väter über jeden Zweifel erhaben waren, damit wir der jüngeren Generation nach wie vor getrost das Vermächtnis hinterlassen können:

 

„Was Du ererbt von Deinen Vätern hast,

Erwirb es, um es zu besitzen !"